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EuGH-Urteil stärkt bestehende deutsche Glücksspielverbote vor 2021

Geschrieben von Taylor Krause · 27.5.2026

EuGH-Urteil stärkt bestehende deutsche Glücksspielverbote vor 2021

Gerichtsgebäude des Europäischen Gerichtshofs in Luxemburg mit europäischer Flagge

Der Europäische Gerichtshof hat in einem Verfahren entschieden dass das Unionsrecht Deutschland nicht daran hindert bestimmte vor 2021 geltende Verbote für Online-Glücksspiele aufrechtzuerhalten und in diesem Zusammenhang auch zivilrechtliche Folgen wie die Nichtigkeit von Verträgen zuzulassen. Das betrifft unter anderem virtuelle Automatenspiele sowie Wetten auf Lotterieziehungen wobei Spieler aus Deutschland Ansprüche auf Rückerstattung von Einsätzen gegen Betreiber aus anderen Mitgliedstaaten wie Malta geltend machen können. Das Verfahren drehte sich um Forderungen eines deutschen Spielers die später abgetreten wurden und Verluste zwischen Juni 2019 sowie Juli 2021 umfassten.

Hintergründe des Verfahrens und die zugrunde liegenden Regelungen

Das nationale Recht in Deutschland sah vor den Reformen des Jahres 2021 Einschränkungen für bestimmte Formen des Online-Glücksspiels vor und diese Beschränkungen blieben trotz der späteren Anpassungen in Kraft. Der Europäische Gerichtshof stellte fest dass solche Vorschriften mit dem Unionsrecht vereinbar sind solange sie auf legitimen Zielen wie dem Schutz der Verbraucher und der Bekämpfung von Spielsucht beruhen. Im konkreten Fall ging es um Klagen die sich gegen Anbieter richteten die in anderen EU-Staaten lizenziert waren doch deren Angebote in Deutschland unter die alten Verbote fielen. Forscher und Juristen beobachten dass solche grenzüberschreitenden Konstellationen häufig zu Fragen der Rechtsdurchsetzung führen während die nationalen Gerichte nun Klarheit über mögliche Rückforderungen erhalten.

Zivilrechtliche Konsequenzen und Rückerstattungsansprüche

Das Urteil bestätigt ausdrücklich die Möglichkeit zivilrechtlicher Sanktionen einschließlich der Nichtigkeit von Spielverträgen sowie der Erstattung verlorener Einsätze. Deutsche Spieler oder deren Rechtsnachfolger können daher unter bestimmten Voraussetzungen Beträge zurückfordern die bei nicht erlaubten Angeboten eingesetzt wurden. Dies gilt auch gegenüber Betreibern mit Sitz in Malta oder anderen Mitgliedstaaten da das Gericht die Anwendbarkeit deutscher Verbotsnormen auf solche grenzüberschreitenden Sachverhalte bejahte. Daten aus ähnlichen Verfahren zeigen dass solche Rückerstattungsklagen in der Vergangenheit bereits zu Vergleichen oder Urteilen geführt haben und die aktuelle Entscheidung schafft hier eine einheitliche Grundlage. Behörden in Deutschland können nun diese Linie bei der Bearbeitung weiterer Fälle heranziehen während Betreiber ihre Geschäftsmodelle an die fortbestehenden Einschränkungen anpassen müssen.

Symbolische Darstellung eines Online-Glücksspielbildschirms mit virtuellen Walzen und Wettsymbolen

Auswirkungen auf den Markt und laufende Verfahren

Die Entscheidung des Gerichtshofs erging im April 2026 und wird in Fachkreisen bereits im Mai 2026 diskutiert da sie unmittelbare Relevanz für anhängige Klagen besitzt. Betreiber mit Lizenzen aus anderen EU-Ländern sehen sich nun mit erhöhter Rechtsunsicherheit konfrontiert während deutsche Gerichte die zivilrechtlichen Folgen konsequenter durchsetzen können. Statistiken der Glücksspielaufsicht deuten darauf hin dass der Anteil an grenzüberschreitenden Angeboten vor 2021 signifikant war und viele Verträge potenziell betroffen sind. Experten weisen darauf hin dass die Kombination aus bestehenden Verboten und möglichen Rückerstattungsansprüchen den Markt für virtuelle Automatenspiele sowie Lotteriewetten weiter einschränken könnte. Gleichzeitig bleibt der Grundsatz gewahrt dass Mitgliedstaaten eigene Schutzstandards festlegen dürfen solange diese nicht diskriminierend wirken.

Rechtliche Einordnung und zukünftige Entwicklungen

Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs in der Rechtssache C-440/23 unterstreicht die Autonomie der Mitgliedstaaten bei der Regulierung von Glücksspielen und verweist dabei auf die Pressemitteilung Nr. 53/26 des Gerichtshofs. Beobachter notieren dass ähnliche Fälle in anderen Ländern zu vergleichbaren Ergebnissen führen könnten und die zivilrechtliche Haftung von Betreibern damit europaweit an Bedeutung gewinnt. Deutsche Spieler deren Verluste in den genannten Zeiträumen entstanden sind erhalten durch diese Rechtsprechung eine klarere Grundlage für mögliche Ansprüche. Die Aufsichtsbehörden arbeiten bereits an Leitlinien die die Umsetzung erleichtern sollen und Anbieter passen ihre Compliance-Strukturen an die bestätigten Verbote an. Insgesamt ergibt sich ein Bild in dem nationale Schutzvorschriften auch nach EU-Recht Bestand haben und zivilrechtliche Mechanismen wie Vertragsnichtigkeit sowie Restitution weiterhin Anwendung finden.

Conclusion

Die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs liefert eine verbindliche Auslegung die deutsche Gerichte und Behörden bei der Behandlung vergleichbarer Fälle heranziehen können. Sie betrifft ausschließlich die vor 2021 geltenden Verbote sowie die damit verbundenen zivilrechtlichen Folgen und schafft damit Rechtssicherheit für alle Beteiligten. Weitere Verfahren werden zeigen wie sich diese Grundsätze in der Praxis auswirken während der Markt sich schrittweise an die bestehenden Rahmenbedingungen anpasst. Die Verlinkung zur PRESS RELEASE No 53/26 – Judgment of the Court in Case C-440/23 ermöglicht interessierten Lesern den direkten Zugriff auf die offizielle Begründung.